47° 2,76′ Nord / 14° 25,79′ Ost

Kurvenkorrektur Hammerl
Kurvenkorrektur Hammerl

Die Hammerlkurve auf der Friesacher Bundesstraße B317 südlich von Neumarkt entspricht verkehrstechnisch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Von der zuständigen Baubezirksleitung Judenburg (inzw. Baubezirksleitung Obersteiermark West) wird daher eine Korrektur des Fahrbahnverlaufes angestrebt.

Diese Korrektur erfordert einschließlich der Anlage eines Randstreifens und einer Regenwassermulde eine Verschiebung des äußeren linken Fahrbahnrandes um 2,5m.
Während in der Kurveneinfahrt ausreichend Raum für eine Verbreiterung zur Verfügung steht, schrumpft ab km 14,875 der Abstand zwischen dem Fahrbahnrand und der bestehenden Felswand abschnittsweise auf ein Minimum von 70 cm. Eine Straßenverbreiterung bedeutet daher einen Eingriff in die steilen, teilweise überhängenden, phyllitischen Felswände.
Aufgabe der geotechnischen Untersuchung war die Bewertung der bei der Straßenverbreiterung entstehenden Böschungen hinsichtlich realisierbarer Geometrie und der damit verbundenen Standsicherheit, einschließlich einer Beurteilung der Auswirkung von abstürzenden Gesteinstrümmern aus neuen Felsböschungen und dem darüber liegenden, felsigen Steilhang.

Ein 22m langer, 5,5m hoher und an der Basis 6m breiter Felsblock liegt oberhalb der Straße im Hang. Er ist durch einen 6m breiten Spalt von der Felswand getrennt. Entstehung und Position sind rätselhaft.
Zerfallserscheinungen durch zwei Risse (10cm und 3cm breit) sind vorhanden. Der Felsblock reißt entlang steil nach Westen einfallender Klüfte auseinander. Er muß sich daher gravitationsbedingt hangabwärts bewegen oder zumindest bewegt haben.

Ein Steinschlagnetz sichert zwischen km 14,885 und km 14,920 die Felswand. Der Phyllit fällt hier mittelsteil in den Hang. Er ist von einer rostig angewitterten Zone durchzogen, die durch ihre Farbgebung an die Scherzonen im nächsten Seitengraben erinnert. Der Felsverband ist aufgelockert und zeigt deutliche Zugrisse.

Mit Steinschlagsimmulationen wurde eine erste Abschätzung für die Reichweite, die Verteilung und die Aufschlagenergien der herabfallenden Steine ermittelt, da bisher keine Daten über gemeldete Steinschläge vorliegen.

Die Prognose soll klären helfen

  • an welchen Stellen mit dem Auftreffen der Steinschlagkomponenten zu rechnen ist,
  • welche Sprunghöhen sie erreichen und
  • welche Energien beim Aufschlag zu erwarten sind.
 

Bilder:

Auftraggeber:
Baubezirksleitung Judenburg, Referat Straßenbau und Verkehrswesen
inzw. Baubezirksleitung Obersteiermark West, Referat Straßenbau und Verkehrswesen (www.verwaltung.steiermark.at/cms/ziel/74837733/DE/)

Bericht:
Peer, H., 2007: Kurvenkorrektur Hammerl, Geotechnische Untersuchungen an der Landestraße B317 km 14,6 bis km 15,1 - 16 Seiten - Leoben, 5. November 2007. (PDF, 553 kB)

Georeferenzen:
Neumarkt - Hammerlkurve (AUT), 47° 2,76′ Nord / 14° 25,79′ Ost → Google Maps
Neumarkt - Hammerlkurve (AUT) als kmz für Google Earth