47° 31,52′ Nord / 16° 5,56′ Ost

Schlickerteich der Aspanger Bergbau und Mineralwerke GmbH
Schlickerteich der Aspanger Bergbau und Mineralwerke GmbH

Die Aspanger Mineralwerke planten die Vergrößerung ihres seit 1985 in Betrieb stehenden Schlickerteichs. Dafür mußte der bestehende Damm erhöht werden. Meine Aufgabe bestand darin, den ca. 40m hohen Erddamm mit einer Kronenlänge von 360m auf seine Stabilität zu prüfen und daran anschließend die Auflast der neuen Dammschüttung auf die Standsicherheit der Gesamtkonstruktion zu bewerten.

Entscheidendes Kriterium war dabei die Frage nach dem Porenwassergehalt des feinkörnigen Sediments, welches als Feinstkorn-Wassergemisch aus der Aufbereitungsanlage des Werkes in den Teich gepumpt wurde, um sich dort unter Wasserabgabe zu konsolidieren. Computersimulationen zeigten, daß das Sediment keinen nennenswerten Porenwasseranteil mehr haben kann. Bohrungen haben dieses Ergebnis nachträglich bestätigt. Im Schlickerteich ist somit kein Grundwasserspiegel vorhanden und daher ist auch keine wie immer geartete Durchströmung des Erddammes gegeben. Bei der Berechnung der Standsicherheit des Dammes wurden dennoch unterschiedlich hohe Porenwasserdruckhöhen, aber nur theoretische, angenommen, um das Verhalten des Sicherheitsfaktors gegen Gleiten in den Griff zu bekommen. Die bodenmechanischen Kennwerte und die sich daraus ergebenden Gleitsicherheiten erfolgten über Monte Carlo-Simulationen der eingesetzten Computerprogramme. Da der Bereich Aspang in die Bebenzone 3 mit einer horizontalen Erdbebenbeschleunigung von 0,84m/s² fällt, wurden die Standsicherheitsberechnungen mit einem Bebenkoeffizienten von 0,06 (Zone 2) und 0,085 (Zone 3) relativiert. Der Damm wurde als standsicher bewertet.

Das Projekt wurde schließlich im Juli 2009 von der Montanbehörde Ost bescheidmäßig genehmigt.

Einige Beispiele der zahlreich durchgeführten Standsicherheitsberechnungen finden sich in der Bildergalerie.

 

Bilder:

Auftraggeber:
Aspanger Bergbau und Mineralwerke GmbH & Co KG (www.aspangerbergbau.at)

Berichte:
Peer, H., 2008: Gutachten Schlickerteich. Beurteilung der Standsicherheiten der Dammböschungen. - 33 Seiten, 19 Abb., 14 Tabellen, 65 Tafeln, 2 Planbeilagen, Beilage B (Kornanalysen des Schlickersediments), Beilage C (Niederschlagsdaten), 12 Fotos. - Leoben, 18. Februar 2008.
Peer, H., 2008: Dammschüttung 2008. Ansuchen für die Erhöhung des Schlickerteichdammes der Aspanger Bergbau und Mineralwerke GmbH auf Sh 709 m. - 6 Seiten, 5 Abb., 3 Tafeln. - Leoben, 15. April 2008.
Der Bericht enthält eine exakte Konstruktion des Dammes in 3D.

Georeferenzen:
Schlickerteich Aspanger Bergbau und Mineralwerke GmbH (AUT), 47° 31,52′ Nord / 16° 5,56′ Ost → Google Maps
Schlickerteich Aspanger Bergbau und Mineralwerke GmbH (AUT) als kmz für Google Earth