48° 9,138′ Nord / 15°54,34′ Ost

Hochwasser Buchschachengraben
Hochwasser Buchschachengraben

Schwere Unwetter am 6. Juli 2009 verwandelten den üblicherweise harmlosen Buchschachenbach in einen Wildbach. Diese Wassermenge konnte ein bestehender Rohrdurchlaß nicht bewältigen. Der Bach ging über, nutzte einen teils unasphaltierten Gemeindeweg als neuen Abfluß, überflutete die Landestraße nördlich Außermanzig und füllte den Keller und die Garage des nächstgelegenen Wohnhauses.

Im Auftrag des Rechtsanwaltes des Geschädigten führte ich eine Abflußberechnung für das Einzugsgebiet des Buchschachengrabens durch. 

Das Ergebnis lautete (Gutachten vom 10.9.2010):

"Ein Rohrdurchlaß mit 30cm Durchmesser ist nicht in der Lage, ein 1-jährliches Niederschlagsereignis (HQ1) abzuleiten.

Ein Rohrdurchlaß mit 60cm Durchmesser wäre bis an seine Grenzen beansprucht worden, ein 1-jährliches Ereignis zu bewältigen. 

Kein Durchlaß in einem problematischen Bereich sollte auf ein HQ1 dimensioniert werden.

Das Hochwasser, welches am 6. Juli 2009 den Buchschachenbach zum Überlaufen brachte und den Schaden am Anwesen X verursachte, hatte jedenfalls den damals vorhandenen Durchlaß weit überfordert. 

Die an diesem Tag gemessene Niederschlagsmenge von 84,2l/m² innerhalb von 24 Stunden wurde seit 1990 mehrmals überschritten, sodaß keine „höhere Gewalt“ als Verursacher der Überschwemmung herangezogen werden kann. 

Die Abflußmengen hätten von der Abteilung Hydrologie des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung jederzeit abgefragt werden können. Das am 6.7.2009 eingetretene Niederschlagsereignis und die damit verbundenen Abflußmengen stellten daher keine meteorologische Überraschung dar. Der Durchlaß hätte jederzeit den bekannten Abflußdaten angepaßt werden können und müssen".

 

Bilder:

Auftraggeber:
Privat

Georeferenzen:
Außermanzing (AUT), 48° 9,138′ Nord / 15°54,34′ Ost → Google Maps
Außermanzing (AUT) als kmz für Google Earth